Myanmar im Dezember 2001

Ich möchte meine Reisebeschreibung durch Myanmar mit einem Zitat von Amitav Ghosh aus dem Roman „Der Glaspalast“ beginnen: „Nirgends haben sie eine solche Begabung zum Lachen wie in Birma“.

Die Wucht der Freundlichkeit haben wir am eigenen Leib erfahren. Wir bereisten für 28 Tage (maximale Visumdauer) ein bemerkenswertes Land, ein immer noch goldenes Myanmar. Goldener Glanz der Pagoden und der Reichtum im Herzen der Menschen.

Wie antwortet man auf die Frage: Sind die Leute arm? Wie sieht die Situation der Menschenrechte aus? Wie erlebt man den Militärstaat?

Ich kann es nicht. Wo sind die Grenzen zwischen arm und reich? Ist es an liquiden Mitteln zu messen? Wenn wir glücklich sind, sind wir dann reich? Wenn wir mit Fremden teilen, wenn wir mit jedem Blick ein Lächeln schenken, wenn wir voll Freude helfen können ... sind wir dann reich?

Die Friedensnobelpreisträgerin und Führerin der Demokratiebewegung Aung San Suu Kyis lebt immer noch unter Hausarrest. Sollte man auf die Idee kommen, in der Nähe ihres Hauses Fotos machen zu wollen, kann man sich von seiner Kamera verabschieden und wird zum nächsten internationalen Flug begleitet.

Wir Besucher von Myanmar müssen mit der Tatsache klar kommen, dass der Zwangsumtausch von 200 US$ dem sehr gut ausgerüsteten Militär zugute kommt.

Jahrhunderte der Unterdrückung, bedrückende Armut haben diese lebensbejahenden Menschen erduldet. Und dennoch kann man sich dem Zauber dieses Landes nicht entziehen – der Magie der Orte, der alten Tradition, der Historie und der zurückhaltenden Liebenswürdigkeit.

Auf unserer Reise wählten wir die Route von Nord nach Süd. Ein kleiner Gewaltakt am Anfang: München – Bangkok – Yangon – Mandalay innerhalb von zwei Tagen.

Internationaler Flughafen Mandalay. 4 Leute stiegen aus. In einem neu gebauten Gebäude startete eins von (naja) acht oder zehn Gepäckbändern, und sehr einsam kamen unsere Rucksäcke zum Vorschein. Dieser Flughafen ist eine Kooperation zwischen Italien und Myanmar um den Besucherstrom umzulenken und die Grenzen zum Norden Thailands sowie Laos zu öffnen. Nach den Beschreibungen der Reiseführer war dieser Flughafen noch im Bau, und wir hätten ganz schön weit laufen müssen, wenn wir auf die 200-Kyat-Taxifahrt – vom alten Flughafen in die Stadt – bestanden hätten. Wie in einem guten Abenteuerfilm kämpften wir uns durchs dickste Marktgedränge, gegen Einbahngässchen zu unserem Hotel. Dort blieben wir vier Tage. Erlebten beim Aufstieg auf den Mandalay Hill unseren ersten Sonnenuntergang in Myanmar. Bewegten uns mit Rikschas oder Pick-Up´s fort. Verstanden den Tagesablauf und dass das Essen nicht so köstlich ist wie in Thailand, Laos oder Vietnam. Fanden aber interessante Straßenstände mit exotischen Lebensmitteln und probierten natürlich alles aus, was uns essbar erschien. Ohne negative Begleiterscheinungen.

SagainAvaAmerupa, Mingun. Wie viel gewaltiger und beeindruckender sollte dieses Land noch werden können? Kleine Dörfchen, in denen sich mächtige Pagoden aneinander reihen. Aus weiter Entfernung sieht man mächtige sitzende Buddhas. Man fährt in einem Gefährt, das sich Fähre nennt, über den Fluss und befindet sich plötzlich 1.000 Jahre vor unserer Zeit. Pferde-Rikschas bewegen sich durch die Gassen, und die kleine Teestube füllt sich mit neugierigen Einheimischen, als wir uns dort niederlassen.

Na gut, an der längsten Teakholz-Brücke der Welt, erbaut von Herrn U-Bein, befinden wir uns inmitten von vier Bussen Touristen. Omis und Opis aus Europa. Aber der Sonnenuntergang ist trotzdem beeindruckend.

Aber nichts gegen die Mingun-Paya. 11 km stromaufwärts von Mandalay gelegen, nur über den Wasserweg erreichbar, ein schon aus weiter Ferne zu sehender gewaltiger Ziegelklotz. Nach dem Tod König Bodawpaya wurden die Arbeiten eingestellt und übrig blieb eine zu einem Drittel errichtete Stupa. Sie erreicht noch heute eine Höhe von 50 m, jede Seitenlänge beträgt 72 m.

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