... Doch wir hörten Bagan rufen. Unsere Neugier trieb uns recht flott weiter. Wir nahmen den Weg über Taungiy, um zur „Tempelstadt“ zu gelangen.

Auch hier 12 Stunden Busfahrt und wir fanden in Nyaung U ein traumhaftes Hotel. Etwas abgelegen, sehr freundlich, immer warmes Wasser und Strom. In der Nähe kulinarische Höhepunkte sowie der Möglichkeit, Caipirinha zu trinken.

Wir erkundeten Bagan mit dem Fahrrad. Wir schwelgten in den Tempeln von Sonnenauf- bis -untergang. Je näher man nach Bagan kommt, desto größer und zahlreicher werden die Bauwerke. Unsere Glückseligkeit zeigte sich in Erstaunen und Ehrfurcht. Es ist nicht vorstellbar – so weit das Auge reicht wundervolle Pagoden. Jedes ein Kunstwerk. Alle möchte man entdecken, alles fotografieren, und die mystische Stimmung dieser alten Steine hält einen gefangen.

Bis zu dem Moment, wo man hektisch beginnt, einen geeigneten Platz für den Sonnenuntergang zu finden.

Für alle, die mit der Gefühlsduselei nichts anfangen können: „Auf einer Fläche von 40 km2 in der Nähe des mächtigen Ayeyerwady gibt es Tausende Stupas und Schreine. ... Der enorme ... Eifer ... währte zweieinhalb Jahrhunderte lang. ... Vergleichbar hätte man sämtliche Kathedralen(!) Europas auf kleinstem Raum errichten können, ...

Wer in Bagan Rast macht, sollte eine Fahrt zu Mont Popa nicht versäumen. Gut, man kommt eigentlich nur mit einem Taxi dort hin, es kostet 12 $, aber der Ausflug lohnt sich. Erster Stop bei einer Bauernfamilie, die aus der Zuckerpalme natürlich Zucker und Schnaps produziert. Wir durften alles probieren und deckten uns und die Daheimgebliebenen ein. Mont Popa, die Heimat der Nats (37 Geister, die Orte, Personen und Lebensbereiche schützen). Und um zu den Nats zu gelangen, muss man eine steile lange Treppe himmelwärts besteigen. Immer höher aufstreben, den Winden trotzen, plötzlicher Kälte oder einsetzender Hitze, Affenherden. Angekommen überrascht ein beeindruckender Ausblick weit ins Landesinnere. Und wieder diese Ruhe, das Läuten der Glöckchen, der Duft der dargebrachten Blumen, die Sonne.

Nach dem geglückten Abstieg ereignete sich etwas sehr lustiges. In unserem Gepäck reisen immer unsere Maskottchen. Ein Handspielbär (kurz Bär genannt) und meine Hildegard. Während des Fotografierens schaute Bär vorwitzig in die Runde, und ein paar Kinder entdeckten ihn. Da konnte ich ihn nicht in der Tasche lassen. Er kam vorsichtig heraus, stellte sich kurz vor und machte, nachdem sich die ersten Kinder vor Lachen bogen, ein paar Kunststücke. Nebenan war eine Schule. Der Pausenplatz war innerhalb von Sekunden leergefegt, alle schauten sie dem Bär und den Langnasen zu. Wir hatten ganz bestimmt genau so viel Spaß wie die Schulkinder. Unsere Herzen öffneten sich ebenso weit und all die Freude entströmte. Eine der glücklichsten Erfahrungen unserer Tour.