Das Problem mit der Sprache verwehrte uns die Weiterfahrt mit dem Boot. Wir hielten plötzlich ein Busticket in der Hand. Und es tauchte die Behauptung auf, dass dieser Bus der komfortabelste im ganzen Land sei. Sollte das zutreffen, beschlossen wir, gleich bis Yangon durchzufahren. Wir wollen endlich ans Meer.
Wir fuhren in einem Air-Condition-Luxus-Bus nach Yangon. Genügend Beinabstand, Liegesitze, Ohrstöpsel (die eigenen) gegen Kung-Fu und Karaoke-Videos.
Bis dahin wussten wir nicht, dass eine 26-stündige Fahrt vor uns lag. In Yangon angekommen, saßen wir eine Stunde später auf den letzten Sitzen des Busses nach Pathein/Chaung-Ta. Es war Horror. Jedes Schlagloch katapultierte uns durch den Bus. Kein Halt an den Füßen, kein Klo in Sicht. Wärmeres Klima und die Hoffnung, am Abend an einem schönen Strand zu sitzen.
Der Abend kam, wir überquerten einen Fluss. Mussten 10 $ entrichten!!! Jetzt nur noch 30 km. Dschungel. Wir benötigten für diese Strecke geschlagene drei Stunden.
Verdreckt fielen wir in das uns empfohlene Guesthouse in zweiter Reihe am Strand.
Es folgte ein Tag am Meer auf den anderen. Viele Reisende blieben hier hängen. Dieser Platz ist einfach zu schön um weiterzueilen, um entdecken zu wollen. Ruhe, Gelassenheit und Entspannung legte sich über uns, sehr gemächlich erkundeten wir die neue Umgebung. Mit jedem Meter entfaltete der Strand mehr Schönheit. Noch ein Stückchen weiter, um die nächste Ecke Palmen, Spielkastensand, blaues Meer, spielerische Wellen.
Losgelöst und glücklich erkannte ich, dass das der Grund ist, warum ich das Individualreisen liebe. Warum ich solche Anstrengungen auf mich nehme, so lange suche: um für einen kurzen Moment im Paradies verweilen zu dürfen ...
Leben die Myanmar im Paradies? Bestimmt nicht! Es ist ein hartes Leben: Steine klopfen, Eiskanister für die Garnelenfarm hin- und herschleppen die Lebenserwartung liegt bei 59 Jahren. Aber sie strahlen Ruhe aus. Harmonie mit ihrer Umwelt.
Kontrastprogramm Yangon: Für die Rückreise wählten wir den Transport mit einer Fähre. In Pathein stießen wir um 17:00 Uhr in den Fluss. Da wir Ausländer sind und 7$ pro Person bezahlen mussten, erhielten wir je zwei Plätze zugewiesen. Stellt euch eine Fähre vor, bei der das Deck in kleine Kästchen von ca. 60 x 150 cm unterteilt ist. Darauf darf man es sich für die Nacht gemütlich machen. Eine Decke untergelegt, die Bücher hervorgeholt, den Proviant verspeist, die Mitreisenden beobachtet.
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