Myanmar im Dezember 2002

Auf den Tag genau ein Jahr später in Yangon.

Das goldene Myanmar mit den liebenswürdigen Menschen ist in unseren Herzen gewachsen. Ein Jahr trugen wir das Heimweh nach der Ferne mit uns. Als im Sommer, bei Cappuccino und Erdbeereis, die Urlaubszeit festgelegt wurde, gab es gar keine Diskussion: wir fahren wieder nach Myanmar!

So begrüßte uns in dieser Weihnachtszeit ein Land, in dem wir uns von der ersten Minute heimisch fühlten. Kein fremdeln von Liebenden, die sich lange nicht gesehen haben. Wohlfühlen und in das Vergnügen aller Sinne stürzen.

Der Genuss begann mit einer sehr komfortablen Busfahrt nach Pyay. Auf halben Weg nach Bagan liegt diese gemütliche Kleinstadt mit ihrem großen sitzenden Buddha. Der leider renoviert wurde und deshalb komplett eingerüstet war. Wie auch die benachbarte Shwe Sandaw Paya.

Eine sehr vergnügliche Fahrt mit Ochs und auf Karren führte uns in die wenige Kilometer entfernte Ruinenstadt Thayekhittaya. Bis in die späten Nachmittagsstunden holperten wir über Stock und Stein. Wir sahen Bauern bei der Feldarbeit, Frauen zwischen unendlichen Blumenfeldern, Kinder bei den Pagoden. Eine Fahrt auf einem Ochsenkarren durch das Dickicht wird schon deshalb zum Erlebnis, weil man nie weiß, wer oder was hinter der nächsten Biegung des einspurigen Weges entgegenkommt. Nach den ersten Kilometern steckten wir in einer ebensolchen Gasse fest. Rechts und links grüne unüberwindbare Wälle, vor uns ein anderer Ochsenkarren, voll beladen mit Stroh und hinter uns der freie Weg. Das hieß jetzt: Ochsen zur Ruhe bringen, ausspannen, umdrehen, festbinden. Den Karren umdrehen, Karren und Ochsen zu nächsten Lichtung bugsieren. Warten, den entgegenkommenden Karren passieren lassen, Ochsen einspannen, die Touristen, die mittlerweile im Schlamm feststecken wieder einladen und weiterfahren. Nach diesem umständlichen Erlebnis zog unser Kutscher es vor, lauthals zu pfeifen und zu rufen. Das funktionierte dann perfekt.

Jetzt mag der eine oder andere sich fragen, warum wir nicht einen Jeep gemietet haben? Nun, der Jeep hätte schlechte Karten gehabt. Oft wies uns der Fuhrmann an, uns recht gut fest zu halten. Es folgte ein Ausruf „lonee, lonee“ (was auch immer das heißen mag) und die Ochsen fielen in einen Galopp. Wir überquerten tiefe Schlaglöcher, ausgetretene Pfade oder Kuppen. Die Naben des Rades steckten dabei gern im Schlamm oder in Furchen. Wir lagen im 45° Winkel unkoordiniert auf der Ladefläche, hielten krampfhaft die Rucksäcke fest und waren jedes Mal froh, dass keiner von uns runtergefallen ist. Gegen Ende der Reise hatten wir die beste Sitzposition herausgefunden, so dass der Hintern nicht mehr so viele zusätzliche blaue Flecke bekam, oder ein Holzstecken im Rücken klemmte.

Während dieser Fahrt bestaunten wir Pagoden aus dem 5. und 9. Jahrhundert. Wie große Schokoladen-Pudding standen sie zwischen Reisfeldern unter der sengenden Sonne und dem blauen Himmel.

Schönheitskur für einen Buddha
Alabaster, Metall, Holz
Abendstimmung
Spinne
Schokoladen-Pudding
Zutaten für eine Betelnuss