Die gemütliche Rückfahrt nach Taunggok in einem Taxi: Von Bussen*, Nachtfahrten, auf uns schlafenden Mitreisenden und unerträglicher Hitze auf den letzten Plätzen über dem Motor des Busses, hatten wir für lange Zeit genug. Auch gab es während der Fahrten selten die Möglichkeit, die einmalige Landschaft zu fotografieren. Deshalb inspizierten wir unsere Reisekasse und gaben 110 USD für diese Taxifahrt frei. Welche sich bis zum letzten Cent lohnte. Wir erlebten einen Sonnenaufgang in den grünen saftigen Reisfeldern, sahen die Berge am Horizont, Bauern mit Ochs und Pflug, Hyazinthen- und Seerosenüberwucherte Teiche, endlose Flüsse und fuhren in die weiten Berge der Grenze zur Ayeyarwady Division. Staubige, unbefestigte Straßen führten durch den Dschungel der Höhenzüge in das nächtliche Taunggok.

PS: Der Blattfederbruch: eine Geröllstraße führt den Berg hinab. Die Steine und der Sand sind schon so fest gefahren, daß das alte japanische Auto ungeahnte Geschwindigkeiten erreicht. Dann, eine Unebenheit, ein Loch, ein knackendes Geräusch und ein aufgeschreckter Fahrer. Notstop – Pinkelpause für uns, Reparaturpause für den Chauffeur. Der konnte aber nichts ausrichten, also sind wir sehr langsam in die nächste Stadt weitergekrochen, suchten eine Autowerkstatt und ließen dort die gebrochene Feder richten. Kein Problem für die geschickten Mechanikerhände der Burmesen. Mindestens fünf Männer standen, während der zweistündigen Aktion, um das Auto herum. Einer arbeitete fachmännisch, einer reichte das Werkzeug, der Rest gab gute Ratschläge.
Weiterfahrt – einschichten, den Gestank aus dem Bus verjagen – sollten sich die Fenster öffnen lassen. Am Schluss einer Busfahrt wartet entweder der Anschluss-Bus oder viele geschäftige Taxi- und Rikschafahrer.

Erdnuss-Feld
Strohernte
eine ganz normale Straße

In Taunggok stießen wir erst einmal an die Grenzen des Ekels bei der Unterbringung. Die Stadt ließ uns drei Guest-Häuser zur Auswahl. In allen Dreien gab es kein Zimmer mit Dusche und Bad. In allen Dreien musste man bis ins Erdgeschoss zu zwei oder drei Hocktoiletten und Duschen gehen. Die Zimmer waren stickig, mit kleinen oder gar keinen Fenstern und mit unangenehmer, unidentifizierbarer Bettwäsche ausgestattet. Nach dem ersten Schock wählten wir die am ruhigsten gelegene Unterkunft.

Zwischenzeitlich wurde die Nachtruhe von dem betenden Mitmenschen rechts unseres Zimmers gestört. Vor Sonnenaufgang stimmte er über eine Stunde seinen Singsang an. Während dessen man nie recht wusste, ob er in Ohnmacht gefallen war, weil er die Strophe in einem Atemzug schaffen wollte/musste.

Bei Tag sah dann alles anders aus. Ein freundlicher Ort mit einladenden Teestuben begrüßte uns. (siehe Ortsplan) Wir fanden zwei Möglichkeiten nach Sittwe zu gelangen. Den Office für die Fähre, welche drei Tage benötigt (9 USD). Und das Schnellboot, das die Strecke an einem Tag schafft (Hin- und Rückfahrt für 80 USD). Wir wählten das Schnellboot, reservierten und bezahlten sofort. In den restlichen Stunden erkundeten wir den Ort. Wir schlenderten durch die Straßen. Unterhielten uns mit Händen und Füßen mit den Menschen. Entdeckten eine Stadt, wie sie myanmartypischer nicht sein könnte. Die Burmesen freuten sich über unseren Besuch. Sie wirkten außerordentlich freundlich und zurückhaltend. Forderten uns auf von ihrem Essen zu probieren, freuten sich wenn es uns schmeckte. Sie freuten sich, wenn wir ihre Pagoden besuchten, oder über ihre Bambusbrücke liefen. Wir freuten uns, dass wir so viel Herzlichkeit erfuhren.

Auf der einen Seite fiel es uns sehr schwer Abschied zu nehmen, auf der anderen Seite freuten wir uns auf ein kontinentales Zimmer.

Tal in der Ayeyarwady Division
Unendliche, undurchdringliche Wälder
Pause