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Sittwe: eine große Hafenstadt des Rakhaing State, die im Delta des Kaladan und der Bucht von Bengalen mündet. Sowie die Stadt, die eine Weiterfahrt zu dem einstigen Zentrum des mächtigen Königreichs Myanmar ermöglicht.
Die Ruinen von Mrauk U (ausgesprochen miau U, wie das wohlige Schnurren einer Katze) schmiegen sich in eine felsige und hügelige Landschaft mit sehr viel Grün und zahlreichen Wasserläufen, ähnlich einem Delta. In direkter Nachbarschaft zu den historischen Bauten liegen kleine Dörfchen mit einfachen Ziegelbauten, Holzhäusern und Strohdächern. Die Menschen in Mrauk U stehen uns Reisenden reserviert gegenüber. Das Leben mit ihnen setzt dagegen ungeahnte Freundlichkeit und Herzlichkeit frei. Deshalb unsere Bitte an alle Gruppenreisen. Nehmt Euch nicht nur Zeit für Pagoden, Buddhas und Sonnenuntergänge. Nehmt Kontakt mit den Menschen in Mrauk U auf. Nicht in Form von Geld-, Kugelschreiber-, oder Bonbongeschenken. Sondern mit Interesse für ihr Leben. Ein Lächeln bricht jede Hürde, ein Imbiss an einem der unzähligen Ständen ist beeindruckender als der 1.001 Sonnenuntergang. Nehmt Euch Zeit, besucht die Gasstätten, die nicht auf dem Programm stehen, handelt um einen Maisfladen oder eine Pampelmuse, beobachtet die Kuhhirten, die Frauen beim Reissieben. Damit die Menschen so bleiben wie sie sind und nicht nur Ausländerhorden kennen lernen, die sie überrennen!
Die Rückfahrt: 5:00 Uhr klingelt der Wecker. Beim Schein einer Kerze müssen wir uns waschen, anziehen, die Rucksäcke packen. Das übliche Elektrizitätsproblem. 5:45 Uhr, bei Vollmond fahren wir mit der Rikscha zum Pier. 7:00 Uhr, das Horn des Schnellbootes gibt die Abfahrt bekannt. 18:00 Uhr Ankunft in Taunggok (da Ebbe uns einen Zwangsstop von drei Stunden bescherte). ½-stündige Rikschafahrt zum Nachtbus nach Yangon. 10:00 Uhr am folgenden Morgen: Ankunft in Yangon. Na wer sagt es denn, wir schlagen jeden, von uns aufgestellten Streckenrekord!
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* Die Beschreibung einer Busfahrt. Die Reise in einem Bus beginnt meistens mit der Frage: wann fährt eigentlich einer ab? Wer sich in Myanmar fortbewegen möchte, reist mit der Bereitschaft ein fremdes Land und seine Kultur kennen zu lernen. Mit ihr zu leben und sich sehr viel Zeit zu nehmen. Meistens ist es so, dass der freundliche Taxi- oder Rikschafahrer die Busstation finden konnte, aber dass der Bus soeben abgefahren, oder bis auf den letzten Platz belegt ist. Über die Mithilfe freut man sich, denn durch das Myanmar Sprach- und Zeichengewirr findet sich keine Langnase zurecht. Man kauft das Ticket für den nächsten Bus und wartet. Meistens werden es ein bis vier Stunden, in denen man den Reiseführer zur Hand nimmt, den Roman weiterlesen kann oder einfach nur die Menschen und ihr Treiben beobachtet. Für Erfrischung ist gesorgt. Pausenlos sprechen den Reisenden Händler an, die ihr vielfältiges Warenangebot an den Mann oder die Frau bringen möchten. „Pan dhi, pan dhi“ über große rotbäckige Äpfel wird verhandelt, oder doch lieber die saftigen süßen Orangen? Wachteleier, Erdnüsse, Melonenviertel, Landschaftskarten, Buddhabildchen, Fellmützen, Zeitungen die Auswahl ist groß. Und irgendwann ist jede Wartezeit zu Ende. Hätten wir das Ticket im voraus gekauft und wären pünktlich zur vereinbarten Abfahrtzeit am Busbahnhof erschienen, hätten wir trotzdem viel Geduld aufbringen müssen. Ein Bus kann nur fahren wenn er a) da ist und b) voll ist.
Vor der Abfahrt beginnt Hektik. Kisten, Reissäcke, Obst und Gemüse, Gewehre, diverse Tiere, Gasflaschen, Pflanzen und die großen Rucksäcke der Langnasen, das alles will verstaut sein. Entweder auf dem Dach oder unter den Sitzen. Sind die wichtigen Güter verstaut, dürfen wir Menschen nach. Die Platznummern wurden vorher ausgegeben. Nach unserer Erfahrung können wir sagen, dass kein Sitz der Idealplatz ist. Wie die Güter werden nun wir hineingeschichtet. In den komfortablen Bussen haben wir langen Europäer weitestgehend Platz. Aufrecht sitzend stoßen die Knie an den Vordersitz und der Kopf findet keine Stütze im Nacken. In den ganz üblen Bussen sind die Rücklehen noch niedriger, den im Gang Sitzenden quält eine Eisenstange im Hüftknochen und den Eingeweiden. Die anschließenden blauen Flecken und Prellungen sind ein eindeutiger Indikator, wie komfortabel man reiste.
Acht bis zwölf Sunden in solch einem Gefährt sind auszuhalten. Vor allen Dingen bei Tag. Da lenkt die atemberaubende Landschaft genügend ab. Ab zwölf Stunden ergibt man sich seinem Schicksal und hat nur noch das Ziel vor Augen. Dann ist es egal, ob man 12 ½ oder 24 Stunden fährt. Ein großes Glück ist es neben einem vertrauten Menschen sitzen zu dürfen. Hier kann man sich synchron drehen, mal auf dem einem oder anderen liegen, dabei den verkrampften Hintern entspannen. Pausen gibt es, wann es dem Busfahrer passt. Für die Strecke Yangon Moulmein benötigten wir beispielsweise hinzu 11 Stunden bei vier Pausen. Nach Yangon dagegen nur 8 Stunden bei einer Pause. Rast wird an Restaurants gemacht, in denen sich der Fahrgast erfrischen und stärken kann. Und vor allen Dingen die Beine vertreten kann.
Weiterfahrt einschichten, den Gestank aus dem Bus verjagen sollten sich die Fenster öffnen lassen. Am Schluss einer Busfahrt wartet entweder der Anschluss-Bus oder viele geschäftige Taxi- und Rikschafahrer.
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