|
Die Fahrt nach Moulmein. Kein Mensch sagt Mawlamyaing, wie es im Reiseführer steht und auf Neu-Myanmar heißt. Die letzte Etappe unserer diesjährigen Expedition. Das einzigartige an der Tour in 2002 ist die Gegebenheit, dass wir mehr als 14 Tage keinen einzigen Touristen zu Gesicht bekamen. Wir weit abseits der Hauptroute reisten und somit das Land noch intensiver erlebten. Auch in Moulmein waren wir weitestgehend unter uns. Die Hauptstadt des Mon-Staates, der die schönsten Cheerot rauchenden Frauen haben soll, liegt umgeben von Bergen an der Mündung der Flüsse Thanlwin und Gyaing. Schon am Ende der Straße in Mottoma, vor der Überquerung des Flusses Thanlwin, sieht man die mächtigen Pagoden auf den Hügeln golden funkeln. Nähert man sich mit dem Boot Moulmein in den Morgenstunden meint man, in eine von Nebel umhüllte Märchenstadt zu gelangen. Kolonialbauten stehen neben verschnörkelten Moscheen, die Sonne blendet den Betrachter und taucht alles in ein weiches Licht. Exotische Waren werden am Pier verladen, Frauen wandeln durch den Dunstschleier, Männer galoppieren mit ihren Pferderikschas die Straße entlang. Am Horizont das unheimliche güldene Leuchten. Das ist Moulmein. Im Licht der Realität ist es gemütlich in der Stadt, ein umfangreicher Markt nimmt mindestens einen Tag in Anspruch. Und der Nachmittag und Abend ist für die Pagoden auf den Anhöhen verplant.
Einen weiteren Tag nimmt die Fahrt zu den Payon- und Kawgaun-Tropfsteinhöhlen in Anspruch. In denen findet man Hunderte Buddhafiguren. Wir wurden außerdem zu einer buddhistischen Zeremonie eingeladen. Von großem Vorteil ist es, eine Taschenlampe im Gepäck zu haben, um weit in die Höhle vordringen zu können. Neben den wunderschönen Buddhas lockt auch die Landschaft um die Höhlen. Ähnlich wie in Vietnam, ragen auch hier wuchtige Felsen mitten aus einem saftig grünen Reisfeldermeer. Rings um die Felsformation ist weites flaches Land. Der um die Ecke wohnende Mönch freut sich über jeden Besucher. Gern zeigt er seine eigene kleine Tropfsteinhöhle, die er für Buddha gestaltet hat. Bei Bananen, Nüssen und Tee werden mit Händen und Füßen Nachrichten ausgetauscht. Die Rückfahrt ins Städtchen kann man entweder in einem Pick-Up unternehmen, oder wenn man Glück hat, wie wir, singend in einem Schulbus. Mit den freundlichsten und herzlichsten Kindern und Frauen, die man je in einem Leben treffen kann.
Zum Ende unserer Reise wurden wir mit dem liebsten Weihnachtsgeschenk belohnt, welches wir uns seit einem Jahr wünschten. Wir lernten den Heiler und Alchimisten Saryargyi U Shein kennen. Mit Hilfe des Glaubens und des Gold-Ash-Powders heilt er Kranke auf der ganzen Welt. Sehr effektiv behandle der Master Diabetis, Herzkrankheiten, Tuberkulose, Hepatitis B und C, Gelbsucht, AIDS und die verschiedensten Formen von Krebs.
Eine Reise durch Myanmar hinterlässt bleibende Eindrücke. Sie bereichert unser Leben und erweitert unseren Horizont. Die Toleranz zu Menschen, der Zeit, das Verhältnis zur Natur, die Erfahrung extremer Lebensumstände ändert unser Bewusstsein. An Begegnungen, Situationen mit anderen Menschen, mit neuen und ungewohnten Verhaltensweisen erinnern wir uns am Besten und erzählen am liebsten davon. All das macht diese Reise durch das goldene Land zu einem besonderen Erlebnis und obendrein Spaß.
|
|
 |
|
|